Am 16. Dezember 1933 begann die Sanierung in Braunschweig. Durch diese Altstadtsanierung, in deren Verlauf in Braunschweig 1367 Wohnungen saniert wurden, gingen weitere 336 Wohnungen verloren. Die bestehende Wohnungsnot wurde dadurch noch größer. Nur durch umfangreiche Neubauten konnte dringende Abhilfe geschaffen werden. In Braunschweig ergab sich für 1933 ein Bedarf von 2500 bis 3000 Wohnungen.

Mit dem "Gesetz über die Aufschließung von Wohnsiedlungsgebieten" vom 22. September 1933 (RGB1. I S. 659) und dem "Gesetz über einstweilige Maßnahmen zur Ordnung des deutschen Siedlungswesens" vom 3. Juli 1934(RGB1. I S. 568) wurde der Grundstein für die Planung und den Bau von Siedlungen gelegt. Durch den Bau neuer Siedlungen sollte nicht nur die allgemein bestehende Wohnungsnot beseitigt, gleichzeitig sollten auch die Arbeitslosen - in Braunschweig betrug die Zahl am 31. März 1933 = 20108 Arbeitslose - in den Arbeitsprozeß eingegliedert werden. Der Bau der Siedlungen war aber nicht nur eine wichtige Maßnahme im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit; man versprach sich auch eine Ankurbelung der Bauwirtschaft als einer Schlüsselindustrie mit positiven Auswirkungen in anderen Industriezweigen.

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