Vom Hochbauamt der Stadt Braunschweig wurde 1934 ein Gesamtsiedlungsplan erstellt. Wie der mittelalterliche Kern der Stadt seinen Abschluß durch den Wallring gefunden hatte, so sollte nach den liberalistischen Bauvierteln ein sogenannter "Grünring" - hauptsächlich aus Kleingärten bestehend - gebildet werden. Um diesen Grün- oder Gartenring sollten die Siedlungen (Lehndorf, Mascheroder Holz, Fritz-Alpers-Siedlung u. a.) bandartig gebaut werden. Der schaffende Mensch sollte hier nach der Arbeit die notwendige Ruhe und Erholung rinden.

Ein Teil der Bewohner kam aus der Umgebung Braunschweig, der größte Teil aber aus der Stadt Braunschweig. Viele Familien, die aus der Stadt Braunschweig kamen, stammten aus der Innenstadt und wohnten teilweise in den Sanierungsgebieten. Familien aus den Sanierungsgebieten zogen überwiegend in Mietwohnungen. Soweit sie siedlungswillig und -fähig waren, bezogen sie auch Siedlerstellen.

Neben der Werbung durch eine Ausstellung im Rathaus - wie auf Seite 17 erwähnt - wurde in Braunschweiger Industriebetrieben in Betriebsversammlungen für die Wohnungen und Siedlerstellen geworben. Einige Industriewerke erklärten sich bereit, den Bau der Siedlung dadurch zu fördern, daß sie den baulustigen Gefolgschaftsmitgliedern einen Zuschuß in der gleichen Höhe des Betrages anboten, den der Bewerber selbst aufzubringen hatte.

Bei der Auswahl der Siedler berücksichtigte man besonders Facharbeiter und Angestellte. Die für die Kleinsiedlung in Frage kommenden Siedler mußten verheiratet, erbgesund und nicht über 45 Jahre alt sein. Das Einkommen durfte im Monat nicht mehr als 250 RM betragen. Die Zugehörigkeit zur NSDAP oder einer ihrer Gliederungen war nicht Bedingung, wohl aber mußte der Siedler mit Gartenbau und Kleintierhaltung vertraut sein oder ein entsprechendes Verständnis dafür aufweisen. Dazu mußte ein Fragebogen ausgefüllt werden, der sehr ausführliche Auskünfte über Familienstand, berufliche und nebenberufliche Betätigung, politische Vergangenheit und wirtschaftliche Lage verlangte. Zusätzlich wurden Auskünfte beim Arbeitgeber eingeholt. Schwerbeschädigte aus dem Ersten Weltkrieg wurden gefördert.