Die Industriewerke, in deren Bereich die Siedlung lag, boten "ihren Stammarbeitern" Arbeitgeberdarlehen in Höhe der Eigenleistungen an.

Mit der Kleinsiedlerstelle sollte den Siedlern - Kleinsiedlungen waren Wirtschaftsstellen - durch Nutzung ihres Landes (Garten) und durch Kleintierhaltung eine Ergänzung ihres hauptsächlichen Einkommens ermöglicht werden.

Der damalige Reichsarbeitsminister Franz Seldte führte für den Bau von Kleinsiedlungen verschiedene Gründe an:

  1. Die Kleinsiedlung ist die beste und billigste Siedlungsform für den deutschen Arbeiter.

  2. Die Kleinsiedlung ist das soziale Wohnungsideal für diejenigen Arbeiter, die aus der breiten Masse der arbeitenden Schichten zu Eigentum kommen wollen.

  3. Die Kleinsiedlung ist auch allgemein staatspolitisch von höchster Bedeutung. Sie verbindet den werktätigen Arbeiter mit dem Grund und Bodenund macht ihn zu einem heimatverbundenen und politisch gefestigten Mitglied der Volksgemeinschaft.

  4. Die Kleinsiedlung ist auch besonders geeignet, bevölkerungspolitische Aufgaben zu erfüllen. Auf eigenem Grund und Boden wird der Wille zum Kind gestärkt.

Die Küche wurde bei den Kleinsiedlerstellen als Wohnküche genutzt, 2 bis 3 Räume waren als Schlafzimmer und Kinderzimmer vorgesehen. War das Dachgeschoß nicht ausgebaut, betrug die Wohnfläche durchschnittlich 36 bis 40 qm. Bei einem Dachgeschoßausbau erhöhte sich die Wohnfläche auf 53 bis 60 qm. Zu der Wohnfläche kam der Wirtschaftsteil, der aus einem Kleintierstall, einem Wirtschaftsraum und teilweise noch einem Geräteschuppen bestand. Die Siedlerstellen waren teilunterkellert. Zu jeder Siedlungsstelle gehörte ein Garten von 600 bis 1000 qm.

Um die Kleinsiedler vor hohen laufenden Belastungen zu schützen, sollten die Gesamtkosten für den Aufbau und die Einrichtung einer Kleinsiedlerstelle -wie Helmut Richard! in der Zeitschrift "Bauen, siedeln, wohnen" im Jahr 1936 berichtet - den Betrag von 4000 RM regelmäßig nicht übersteigen.