Von dem vor dem Kriege in der Stadt Braunschweig vorhandenen 269000 Wohnräumen (ohne Küche) gab es jetzt noch 130000. Wohnten Ende 1939 etwa 6000 Personen in der Siedlung, so stieg die Einwohnerzahl jetzt stark an und erreichte in den Jahren 1946 bis 1950 durchschnittlich ca. 10000 bis 12000 Personen.

Der Wille zur Verbesserung der Wohnverhältnisse und zur Beseitigung der Kriegsschäden war vorhanden, aber Zement, Steine, Holz, Dachziegel, ja selbst Nägel und Schrauben waren Kostbarkeiten, die kaum jemand besaß oder beschaffen konnte.

Auch die Zuteilung der Baustoffe durch die Ende 1945 eingerichtete Baustoff! Die Leitstelle war nur der berühmte Tropfen auf den heißen Stein. Infolgedessen blühte der "Schwarze Markt" mit Baumaterial genauso wie der Schwarzmarkt mit Zigaretten, Lebensmitteln usw.

Bis etwa 1950 beschränkten sich daher die Bauarbeiten fast ausschließlich auf die Reparatur von Kriegsschäden oder kleinere Umbauten.

Übrigens - wer kennt noch die damaligen offiziellen Preise und die Schwarzmarktpreise?

Ware 1947
Offizieller Preis
1946/47
Schwarzmarktpreis
Fleisch 2,20 RM 60-80 RM
1 Kg Brot 0,37 RM 20-30 RM
1 kg Zucker 1,07 RM 120-180 RM
1 kg Butter 4,00 RM 350-550 RM
20 Zigaretten 2,80 RM 70-100 RM
US-Zigaretten

Die Preise waren in den verschiedenen Gegenden Deutschlands unterschiedlich und konnten von der hier angegebenen Höhe abweichen.

Im Vergleich dazu betrug der monatliche Lohn eines Arbeiters in den Jahren 1945 - 1948 zwischen 150,- und 200,- RM.

Wer kein Geld für den Schwarzmarkt hatte, konnte es mit einer kleinen Tauschanzeige in der Zeitung versuchen: "Biete Markenfüllfederhalter, suche Briketts" oder "Suche Kochtöpfe biete Gardinen, suche Heizmaterial biete meine Zigarettenration" usw. In einigen Städten wurden Tauschzentralen eingerichtet.