Mit der Aufhebung der Rationierung von Zucker im März/April 1950 wurde die im September 1939 eingeführte Lebensmittelbewirtschaftung endgültig aufgehoben.

Omnibusse und Straßenbahnen fuhren noch nicht wieder, da das öffentliche Verkehrsnetz weitgehend zerstört war. Zur Arbeitsstelle - und diese lag meistens in der Stadt - ging es nur auf "Schusters-Rappen" - und das, obwohl die Schuhsohlen genauso knapp waren wie die Lebensmittel.

Mit dem Fahrrad wagte man nicht zu fahren, denn zu oft wurde es mit Gewalt entwendet.

Die offizielle Zuteilung laut Lebensmittelkarten bewegte sich bei 1500 Kalorien, oft genug waren es weniger als 1000 Kalorien, pro Tag. In der 76. Zuteilungsperiode vom 28. Mai 1945 bis 10. Juni 1945 konnten wöchentlich bezogen werden: 1550 g Brot, 250 g Fleisch, 125 g Butter, 75 g Nährmittel, 2000g Kartoffeln und 25 g Kaffee-Ersatz. Für Kinder gab es zusätzlich 62,5 g Marmelade und 125 g Zucker. Mit viel Glück und langem Schlangenstehen erhielt man auch vielleicht die vorgesehene Menge.

Nach der Instandsetzung des Verkehrsnetzes war es ab 14. Juni 1945 möglich, den Straßenbahn- und Autobusbetrieb in beschränktem Umfang wieder aufzunehmen. Laut Fahrplan vom Juli 1945 bestand von Montag bis Freitag von 6.00 bis 9.20 Uhr und von 16.00 bis 19.20 Uhr sowie sonnabends von 13.00 bis 16.00 Uhr im Abstand von 10 Minuten eine Autobusverbindung von der Siedlung Mascherode nach Querum. Die verkehrsmäßige Anbindung an die Siedlung Lindenberg - deren Baubeginn für ca. 1400 Wohnungen im Jahre 1939 war- erfolgte mit der Einrichtung einer Autobus-Linie am 18. September 1950.

Zur Erholung für die Einwohner der Siedlung wurde 1952 mit dem Ausbau einer ca. 11 Morgen großen Grünfläche begonnen. 2300 cbm Boden mußten bewegt werden; das Stadtgartenamt pflanzte mehrere Tausend Sträucher und 120 Bäume.