Am Montag, dem l. Oktober 1945, um 8.00 Uhr, wurde die "Volksschule Mascheroder Holz", so lautete jetzt der offizielle Name, wieder eröffnet. Zunächst wurden nur die Kinder der Grundschule (Klassen l bis 4) eingeschult. Die Kinder des Geburtsjahres 1939 mußten bis Ostern 1946 mit der Einschulung warten. Zum Schulbereich gehörten neben der Siedlung Mascheroder Holz auch die Lindenberg-Siedlung und das Dorf Mascherode (120 Schulkinder), das mit der Stadt Braunschweig eine Schulgemeinschaft bildete.

Da die Abortanlage im Krieg zerstört wurde, mußten die Kinder auf Anweisung der Schulleitung ihre "Geschäfte" im nahegelegenen Walde verrichten. Welch ein Glück, daß die Schule direkt am Wald lag.

Im April 1946 konnte die Mütterberatungsstelle im Keller wieder eröffnet werden.

Wie im Krieg, so mußte auch jetzt Altpapier für die Schule gesammelt werden. Denn nur so war es möglich, neues Papier für den Unterricht zu erhalten. Für l kg Altpapier gab es 6 neue Hefte. Welch ein Fortschritt, als es für ein altes Schreibheft ein neues gab!

Bei der großen Zahl von durchschnittlich 1300 bis l 400 Kindern in den Jahren 1946 bis 1951 mußte wegen der wenigen Lehrkräfte und Klassen am Vormittag und am Nachmittag Unterricht erteilt werden. Die Chronik der Grundschule Mascheroder Holz berichtet zum Beispiel für das Jahr 1949: 1450 Kinder besuchen die Schule, die von 23 Lehrkräften in 13 Klassenräumen unterrichtet werden; der Ausbau des Dachgeschosses der Schule ist dringend erforderlich.

Daneben wurde noch die Schulspeisung ausgegeben. Dadurch fiel zwar wieder Unterricht aus; aber wie wichtig war gerade diese Mahlzeit in der damaligen Zeit!

Durch den Umbau des Gemeinschaftshauses wurde es 1950 möglich, dort 3 Räume für die Schule anzumieten. Als in den folgenden Jahren die Schülerzahlen zurückgingen, hat man diese Räume wieder aufgegeben.